- Unterrichtsversorgung
- Für ein gegliedertes Schulsystem
- Grundschule
- Hauptschule
- Realschule
- Gymnasium
- Schulen mit mehreren Bildungsgängen
- Förderschule
- Hochbegabung
- Berufliche Bildung
- Schulen in freier Trägerschaft
- Eigenverantwortliche Schule und Schulinspektion
- Lehrerausbildung
- Kultusministerkonferenz
- Bildungsausgaben
Bildung ist für Liberale ein zentrales Bürgerrecht und eine gesellschaftliche und individuelle Verpflichtung.
Die Schule muss so ausgerichtet sein, dass neben Fachwissen vermehrt auch Wertorientierung und Schlüsselqualifikationen, insbesondere Sozialkompetenz, Alltags- und Medienkompetenz, vermittelt werden. Ganztagsschulangebote erfüllen veränderte Anforderungen einer Wissens- und Informationsgesellschaft, indem sie Lernzeiten und Fördermöglichkeiten erweitern. In Kooperation z.B. mit Kinder- und Jugendhilfe, Vereinen im Bereich Musik, Kunst und Sport muss dazu ein pädagogisch ausgerichtetes Unterrichtsangebot erfolgen und Unterricht in voller Qualität erteilt werden. Solche Ganztagsangebote auf freiwilliger Basis sind zu fördern und vermehrt Personalressourcen dafür zur Verfügung zu stellen. Ganztagsschulen, in denen die Schülerinnen und Schüler nur am Nachmittag ohne pädagogisches Konzept "aufbewahrt" werden, lehnt die FDP ab.
Zur zeitgemäßen Schule gehören eine über die Berufsqualifizierung hinausgehende Erziehung zum mündigen Staatsbürger sowie ein Angebot von Perspektiven in einer sich verändernden Berufs- und Arbeitswelt. Bildung soll vor allem die Werte vermitteln, die für das zivilisierte Zusammenleben und für die Übernahme persönlicher Verantwortung nötig sind. Sie schafft das ethische Gerüst für die Bürgergesellschaft. So ist sie zugleich Voraussetzung für eine stabile Demokratie und für die Selbstbestimmung des Einzelnen. Sie muss die Voraussetzungen dafür schaffen, dass bei jedem die Fähigkeit und Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung auch für die Folgen des eigenen Handelns entstehen kann. Schule muss die Werte Leistung und Anstrengung hochschätzen und Schüler fördern und fordern. Nur so kann sie die bestmögliche Förderung jedes einzelnen jungen Menschen gewährleisten, damit dieser sich mit seinen individuellen Begabungen und Neigungen optimal entfalten kann.
Die niedersächsische FDP hat die durch die Pisa-Studie ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gelangten Defizite angepackt und arbeitet ohne ideologische Scheuklappen an der Verbesserung der Schulqualität.
Unterrichtsversorgung
Die FDP setzt sich dafür ein, dass an allen niedersächsischen Schulen stets eine volle Unterrichtsversorgung gewährleistet ist. Alle niedersächsischen Schulen müssen in die Lage versetzt werden, die Jahreswochenstunden, die in einem Fach zur Verfügung stehen, auch vollständig in diesem Fach zu unterrichten.Seit dem Regierungswechsel 2003 wurde die Unterrichtsversorgung kontinuierlich verbessert. Insgesamt wurden über 2500 neue Lehrerstellen geschaffen. Mit rund 81.000 Lehrern gibt es jetzt die höchste Lehrerversorgung, die das Land jemals hatte. Dennoch stellt vor allem der krankheitsbedingte Ausfall von Lehrern die Schulen immer wieder vor das Problem, kurzfristig Ersatz organisieren zu müssen. Für Vertretungskräfte, die so genannten Feuerwehrlehrer, sind seit 2003 94 Mio. Euro zur Verfügung gestellt worden.
Die niedersächsische FDP fordert:
- eine bedarfsgerechte Aufstockung der Vertretungsreserve, die sicherstellt, dass Unterrichtsausfall verhindert wird;
- durch größere Flexibilität bei Einstellungsbedingungen mehr Lehrkräfte aus anderen Bundesländern zu gewinnen;
- in Mangelfächern attraktive Angebote für Seiteneinsteiger zu unterbreiten und diese umfassend auf eine Lehrtätigkeit vorzubereiten;
- besonders Schulen in ländlichen Regionen sowie Ganztagsschulen stärker als bisher durch Personalressourcen zu unterstützen;
- eine Reduzierung der Klassengröße um eine optimale Betreuungsrelation zu erreichen.
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Für ein gegliedertes Schulsystem
Die FDP Niedersachsen setzt auf ein begabungsgerechtes, differenziertes, vielfältiges und leistungsorientiertes Schulwesen, in dem den Schülerinnen und Schülern in verschiedenen Schulformen die Möglichkeit gegeben wird, ihren Begabungen und Leistungen gemäß zu lernen und gefördert zu werden. Die individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler muss jederzeit im Vordergrund stehen. Der besonderen Lebens- und Entwicklungsphase von Schülerinnen und Schülern zwischen der 5. und 10. Schulklasse muss durch eine bessere Durchlässigkeit und Wechselmöglichkeiten zwischen den Schulformen Rechnung getragen werden. Nur so kann gewährleistet werden, dass Lehrer und Eltern auf die sich verschieden entwickelnden Begabungen und Fähigkeiten ihrer Schüler und Kinder während dieses besonderen Lebensabschnittes angemessen reagieren können.Wichtig ist, dass die am Ende des vierten Schuljahrgangs getroffene Wahl für eine weiterführende Schule keine "Sackgasse" darstellt. Sollten Schülerinnen oder Schüler in der gewählten Schulform unter- oder überfordert sein, muss ein Wechsel in eine andere Schulform jederzeit möglich sein.
Es ist längst an der Zeit, über Werte, Inhalte, Bildungsziele und Bildungsqualität zu diskutieren, und die ideologisch geführten Schulstrukturdebatten endlich zu beenden. Mit der Einführung der Eigenverantwortlichen Schule haben wir den richtigen Schritt in diese Richtung getan.
In der vergangenen Legislaturperiode haben wir zunächst wichtige Reformen durchgeführt, um das Schulwesen insgesamt klarer zu organisieren und Vergleichbarkeit herzustellen. Dazu haben wir unter anderem die Orientierungsstufe abgeschafft, das Abitur nach 12 Jahren und die zentralen Abiturprüfungen eingeführt, mit dem Hauptschulprofilierungsprogramm die Hauptschulen gestärkt und die Zahl der Ganztagsschulen mehr als verdreifacht.
Mit der Einführung der Eigenverantwortlichen Schule beschränkt sich das Land auf seine Kernaufgaben: die Finanzierung, die Entwicklung von Kerncurricula, das Setzen von Bildungsstandards und die Überprüfung der Qualitätsentwicklung. Die Schulen haben nun die Chance, neue Formen des Unterrichts, individuelle Lernkonzepte und echte Profilbildung zu entwickeln.
Bei der schrittweisen Einführung der Eigenverantwortlichen Schule steht das Land weiter zu seiner Verantwortung gegenüber allen Beteiligten.
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Grundschule
Investitionen in frühe Bildung sind der Schlüssel erfolgreicher Bildungslaufbahnen. Insbesondere aufgrund oftmals schwieriger gewordener sozialer Verhältnisse stehen die Grundschulen dabei vor zunehmenden Herausforderungen. Erfüllt der Primarbereich aber seine zentrale Aufgabe im Schulwesen, werden zugleich höhere Ausgaben in späteren Bildungsphasen vermieden.Die FDP fordert daher:
- Die Herabsetzung des Klassenteilers in den ersten vier Schuljahren.
- Die vordringliche Vermittlung der Kernkompetenzen Lesen, Schreiben und Rechnen. Daneben kommt dem Schulsport zur Förderung von Gesundheit, Bewegungs- und Sozialverhalten sowie der Vermittlung musischer Grundfertigkeiten besondere Bedeutung zu.
- Den weiteren Ausbau altersübergreifender Angebote für Schüler mit nicht ausreichenden Kenntnissen der deutschen Sprache zur Herstellung der allgemeinen Voraussetzung für die Einschulung in Regelklassen.
- Die Erhaltung eines wohnortnahen Grundschulangebotes auch in der Fläche trotz sinkender Schülerzahlen nach dem Grundsatz "kurze Wege für kurze Beine". Wenn eine Grundschule wegen zu geringer Schülerzahlen nicht einzügig geführt werden kann, sollte sie dennoch mit altersübergreifenden Angeboten fortgeführt werden, wenn andernfalls die Schulwege wesentlich länger würden.
- Zwischen Lehrkräften und Eltern muss eine enge Erziehungs- und Bildungspartnerschaft bestehen. Nur so sind ein erfolgreiches Lernen an der Grundschule und ein problemloser Übergang an eine weiterführende Schule möglich.
- Die Verzahnung von Grundschule und Kindergarten kann wechselseitig – auch in Hinblick auf Sprachförderung und sozialpädagogische Betreuung – durch eine Übernahme der vollen Verantwortung für die öffentlichen Grundschulen durch die Städte und Gemeinden ermöglicht werden. Dabei wird die FDP am Beispiel eines Modellprojektes die Realisierung vorlegen.
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Hauptschule
Die Hauptschule ist eine wichtige, eigenständige Schulform innerhalb des gegliederten Schulwesens. Die Hauptschule hat eine klare Zukunftschance.Zur Stärkung der Hauptschule sind die Akzeptanz der Schulform, die Ausbildungsfähigkeit der Hauptschüler und die Abschlussquote zu verbessern. Die berufsorientierenden Maßnahmen an der Hauptschule wie zum Beispiel die Betriebspraktika sowie die Betriebs- und Praxistage sind hierfür weiter zu entwickeln. Die niedersächsische Wirtschaft ist in der Pflicht, ausreichend Angebote bereitzustellen und ihre Kompetenzen und Ressourcen z. B. über die Kammern in Kooperationen einzubringen. Kooperationen mit anderen Schulformen wie z. B. mit berufsbildenden Schulen können die Hauptschule stärken und sind zu fördern. Unter diesen Bedingungen wird die Identifikation der Schüler mit ihren Schulen erhöht und die Lernmotivation verbessert.
Die FDP fordert:
- die freiwillige zehnte Hauptschulklasse mit der Möglichkeit, bei entsprechenden Leistungen einen der Sekundarabschlüsse I zu erwerben, muss erhalten bleiben;
- die von der Landesregierung vorgenommene Reduzierung der Klassengrößen in Hauptschulen muss für individuelle Förderung genutzt und der Klassenteiler weiter gesenkt werden;
- angesichts der spezifischen Anforderung in der Hauptschule Fördermaßnahmen vorrangig dieser Schulform zukommen zu lassen (z.B. durch Zuweisung zusätzlicher Lehrer, Entlastungsstunden oder Verringerung der Klassengrößen);
- alle Hauptschulen müssen im Rahmen der Eigenverantwortlichen Schule die Möglichkeit bekommen, zu offenen oder verpflichtenden Ganztagsschulen zu werden;
- das Programm der Bereitstellung von Sozialarbeitern an Hauptschulen muss fortgeführt werden, denn diese Kräfte sind wie die Schulpsychologen zur Unterstützung der Erziehungs- und Bildungsarbeit sehr wertvoll;
- für Schulen mit einem hohen Anteil an Schülern mit Migrationshintergrund mehr Ressourcen für Fördermaßnahmen.
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Realschule
Ziel der Realschule ist es, den Schülern Kenntnisse, Fertigkeiten und Arbeitshaltungen zu vermitteln, die sie in die Lage versetzen, ihren Bildungsweg in berufs- oder studienbezogenen Schulformen fortzusetzen.Projektartige Unterrichtsformen führen die Schüler verstärkt in die Bereiche Planung, Organisation, Durchführung und Durchsetzung von Vorhaben ein. Hierdurch werden Verantwortungsübernahme, Kooperation, Zielstrebigkeit und flexibles Handeln geschult. Gesprächs- und Verhandlungserfahrungen führen zu Sicherheit im öffentlichen Auftreten.
Die niedersächsische FDP fordert:
Gymnasium
Mit der Abschaffung der Orientierungsstufe kann das Gymnasium schon früher den individuellen Begabungen und Neigungen der Schüler gerecht werden. Das Abitur kann nun bereits nach 12 Schuljahren erreicht werden und ermöglicht einen früheren Studienbeginn und somit einen zeitigeren Berufseinstieg. Das Zentralabitur und die Profiloberstufe sind wichtige Schritte auf dem Weg, die Studierfähigkeit aller Abiturienten sicherzustellen.Dazu gehören neben der Fähigkeit, komplexe Strukturen in Gesellschaft und Natur zu erfassen und zu bewerten, auch die Fähigkeit zur Abstraktion. Die Schüler sind durch Aufgabenstellungen, die selbstständige Recherche, Bewertung der recherchierten Informationen und eine eigenständige begründete Stellungnahme enthalten, an wissenschaftliches Arbeiten heranzuführen.
Die FDP fordert:
- Auf eine naturwissenschaftliche und technische Bildung sowie eine qualifizierte Ausbildung im Bereich der neuen Technologien muss verstärkt Wert gelegt werden. Fundament der Hochschulreife muss jedoch ein umfassendes Allgemeinwissen sein.
- Es sind verstärkt Kooperationen zwischen der gymnasialen Oberstufe und Hochschulen anzubieten. Wissenschaftliches Arbeiten muss den Schülern am Gymnasium stärker als bisher näher gebracht werden.
- Im Rahmen der eigenverantwortlichen Schule erhalten die Gymnasien zusätzlichen Freiraum zur Gestaltung des Unterrichts in der Oberstufe zum Beispiel bei Kursangeboten. Dabei soll die Abiturprüfung in den Kernfächern weiterhin Bestand haben.
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Schulen mit mehreren Bildungsgängen
Der demografische Wandel erfordert Maßnahmen zur Sicherung einer wohnortnahen und flächendeckenden Schulversorgung auch zur Sicherung von kulturellen Zentren sowie Sport- und Freizeitstätten im ländlichen Raum. Notwendig sind in Einzelfällen nach Maßgabe des Bedürfnisses die Zusammenarbeit von Schulen, die organisatorische Zusammenfassung von Schulen oder die Zusammenlegung von Schulen. So entstehende Schulen mit mehreren Bildungsgängen, zu denen auch Schulen gehören können, die schulformübergreifendes Lernen, z. B. im musisch-ästhetischen und sportlichen Bereich ermöglichen, müssen nach Schulformen getrennt geführt werden.nach oben
Förderschule
Die Förderschulen sind eigenständige Bildungsangebote für Schüler, die im allgemein bildenden Schulwesen nicht angemessen gefördert werden können. In Niedersachsen gibt es für Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf umfangreiche und differenzierte Förderangebote. Diese reichen von Integrationsklassen, mobilen Diensten hin zu Förderschulen mit entsprechenden Schwerpunkten. In der vergangenen Legislaturperiode wurden diese Maßnahmen weiter ausgebaut. Dieser Weg muss weiter fortgesetzt werden.Die FDP fordert:
- Förderschulen sind in angemessenem Umfang mit Sozialpädagogenstunden zu versorgen;
- verstärkte Kooperationen zwischen Förderschulen und weiterführenden Schulen sollen ermöglicht werden. Beim Neubau von Förderschulen ist darauf zu achten, dass diese in unmittelbarer Nähe zu bereits vorhandenen Schulen errichtet werden.
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Hochbegabung
Ein kleiner Teil der Schüler ist im gewöhnlichen Unterricht intellektuell unterfordert. Diese jungen Menschen stellen aber nicht nur einen wichtigen Teil des geistigen Potenzials unserer Gesellschaft dar, sondern sie sind oft vom Scheitern bedroht, weil sie in ihrer eigenen individuellen Entwicklung nicht entsprechend gefördert und unterstützt werden können.Daher fordert die niedersächsische FDP:
- besondere Schulangebote für Hochbegabte aufzubauen;
- die Hochbegabtenverbünde mit entsprechend qualifizierten Lehrkräften weiter auszubauen;
- die Schaffung von außerschulischen Angeboten wie E-Learning in der Fläche;
- die Ansiedlung des Themas Hochbegabung muss auch in der Universitätsausbildung fest verankert werden.
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Berufliche Bildung
Die FDP setzt sich für eine Modularisierung der beruflichen Ausbildung im dualen System ein, bei der auf der Grundlage von Basisberufen anschließende Spezialisierungen nach dem Muster eines "Baukastensystems" erfolgen.Dieses geht von vollwertigen Berufsabschlüssen auf der Grundlage von Basisberufen aus, die eine breite berufliche Handlungsfähigkeit zum Ziel haben. Basisberufe sind offen konzipiert und gekennzeichnet durch ein breites Orientierungswissen, an das sich ein ergänzendes Vertiefungswissen anschließen kann. Die Auszubildenden können dann eigenverantwortlich ihre eigene berufliche Weiterbildung und Spezialisierung betreiben. Insofern sind Basisberufe die Grundlage für ein Berufskonzept, das die Notwendigkeit lebenslangen Lernens einschließt. Dies bietet die Möglichkeit, Berufsbilder sowohl auf jene zuzuschneiden, die eher praktische Fähigkeiten und Fertigkeiten haben, als auch auf jene, die sich eher theoretisch weiter qualifizieren wollen.
- Wir fordern die Einführung eines Ausbildungspasses, der berufliche Kompetenzen, fachliche Qualifikationen, Sozial- und Methodenkompetenzen und praktische Erfahrungen zertifiziert. Dieser ermöglicht eine berufliche Ausbildung an unterschiedlichen Orten und in mehreren Ausbildungsbetrieben. Dies ermöglicht auch ein größeres Ausbildungsplatzangebot, da auch die Betriebe Ausbildungsplätze anbieten können, die nicht in der gesamten Berufsbreite ausbilden können. Gleichzeitig bildet er den Grundstein für spätere Nachqualifizierung.
- Die Liberalen setzen sich für eine stärkere Ausrichtung auf den zweiten Bildungsweg unter Einbeziehung der berufsbildenden Schulen ein. Jedem leistungsbereiten Bürger muss die Möglichkeit gegeben werden, stets eine weiterführende Qualifikation zu erreichen, Abschlüsse nachzuholen und so sein berufliches Fortkommen zu verbessern bzw. zu sichern.
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Schulen in freier Trägerschaft
Die FDP begrüßt private Bildungsangebote als bereichernde Ergänzung des staatlichen Bildungssystems und unterstützt ihre Entwicklung. Schulen in freier Trägerschaft sind ein integraler Bestandteil des öffentlichen Schulwesens. Sie garantieren durch ihre verschiedenen Profile die Vielfalt im Bildungswesen und geben neue Impulse. Schulen in freier Trägerschaft sind darüber hinaus das beste Beispiel dafür, dass man vor mehr Wettbewerb im Bildungsbereich keine Angst haben muss – Privatschulen leisten gute Arbeit, obwohl die finanzielle Ausstattung oftmals schlechter ist als an staatlichen Schulen. Dennoch sind sie in der Lage, ein positives Lernklima zu schaffen.In der vergangenen Legislaturperiode wurde die Finanzhilfe für Schulen in freier Trägerschaft auf eine neue Grundlage gestellt, die nun für mehr Transparenz, weniger Bürokratie und eine Vereinfachung der Berechnung sorgt.
Wir fordern:
- private Schulen als gleichwertig zu den staatlichen Schulen zu betrachten und sie gegenüber diesen bei den Landeszuschüssen nicht zu benachteiligen, sondern endlich gleichzustellen. Dazu ist es notwendig, die tatsächlichen Schülerkosten pro Schulform festzustellen.
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Eigenverantwortliche Schule und Schulinspektion
Mit der Einführung der Eigenverantwortlichen Schule im August 2007 haben wir eine unserer wesentlichen Forderung aus dem Landtagswahlkampf 2003 durchgesetzt. Damit haben wir einen großen Schritt in Richtung Selbstständigkeit der Schulen und Verbesserung der Schulqualität durch Schulen mit eigenen regionalen und fachlichen Profilen, die im Wettbewerb zueinander stehen, getan. Dieser Weg muss in den kommenden Jahren konsequent ausgebaut und die Schulen müssen dabei unterstützt und begleitet werden.Mehr Eigenverantwortung bedeutet für Schulen nicht nur vermehrte pädagogische Freiheit, sondern auch mehr Personalverantwortung und ein übertragbares Globalbudget.
Die FDP fordert:
- das Schulbudget muss unbedingt den finanziellen Bedarf der jeweiligen Schule widerspiegeln. Die Übertragung der Budgethoheit auf die Schulen darf nicht für eine heimliche Rationierung im Bildungsbereich missbraucht werden;
- zusätzliche Befugnisse und Aufgaben dürfen nur gemeinsam mit den notwendigen Beratungs- und Unterstützungssystemen übertragen werden, die schulnah vorgehalten werden müssen. Ferner sind die Schulleitungen durch geeignetes Verwaltungspersonal zu entlasten;
- im Hinblick auf die notwendige Profilbildung der Eigenverantwortlichen Schulen müssen innovative Programme wie z. B. "Transfer-21" sowie erfolgreiche Kooperationen allgemein bildender mit berufsbildenden Schulen fortgesetzt werden. Das befristete Programm "Transfer-21" ist zur weiteren Umsetzung der Bildung für nachhaltige Entwicklung unter Absicherung des bewährten Netzes der Regionalen Umweltzentren RUZ weiterzuentwickeln;
- im Prozess der zunehmenden Eigenverantwortung von Schulen fordern wir die Umsetzung der bestehenden Regelungen für leistungsbezogene Elemente der Besoldung für Lehrkräfte;
- außerdem wollen wir mittelfristig die Schuleinzugsbezirke landesweit auflösen, damit Eltern ihre Kinder auf die Schule ihrer Wahl schicken können;
- im nächsten Schritt ist ein System unentgeltlich zur Verfügung gestellter und personengebundener Bildungsgutscheine einzuführen, deren Einlösung den Wettbewerb zwischen den Schulen weiter fördert;
- die Schulinspektion, der so genannte "Schul-TÜV", muss den Schulen in regelmäßigen sowie anlassbezogenen Inspektionen ihre Stärken und Verbesserungspotenziale aufzeigen. Er muss jedoch auch gemeinsam mit den Beratungs- und Unterstützungssystemen Verbesserungen anregen und die Behebung von Schwächen überprüfen. Die Inspektionsberichte müssen öffentlich werden.
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Lehrerausbildung
In der anstehenden Neuordnung der Lehrerausbildung muss darauf geachtet werden, dass Lehrer zur Erfüllung der an sie gestellten Anforderungen das notwendige Werkzeug an die Hand bekommen.Wir fordern:
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Kultusministerkonferenz
Wir wollen keine Vereinheitlichung, sondern kreative Vielfalt im Bildungswesen und deshalb einen Wettbewerb der Bundesländer um die beste Bildungspolitik. Die Kultusministerkonferenz ist eine Institution, die keiner öffentlichen Kontrolle unterliegt. Sie hat in der Vergangenheit Fortschritte in der Bildungspolitik eher blockiert.Wegen der Bedeutung der Sicherung bundesweiter Mobilität für die Familien und der Qualität des gesamten Schulwesens sind Bildungsstandards zu setzen und es muss ein System der bundesweiten Qualitätskontrolle und Evaluation installiert werden. Dies soll mit Hilfe unabhängiger Institute geschehen.
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Bildungsausgaben
Notwendige Maßnahmen in der Bildungspolitik dürfen nicht an einer Finanzierung scheitern. Zur Erfüllung oben genannter Ziele setzt sich die FDP Niedersachsen für eine angemessene Finanzierung ein.nach oben